Der Hype um BB Creams hat bereits weite Kreise geschlagen. Nachdem die Kosmetikindustrie in halb Asien Trillionen unterschiedlichster BB Varianten auf den Markt befördert hat, ist auf die westliche Welt auf den Erfolgszug aufgesprungen. Neben MAC oder Illamasqua hat selbst Garnier etwas produziert, war unter dem Banner der BB Cream verkauft wird. Meiner Beobachtung nach wird jedoch auf einige Komponenten verzichtet, die in Asiatischen Creams ein Must sind. Das ist nicht zwangsläufig schlecht, aber in manchen Fällen geht es so weit, dass man im Grunde simple getönte Tagescremes als ein neuartiges, sensationelles und magisches Zuckerwatteglitzerregenbogenprodukt verkauft.
Was hat es also mit einer BB Cream auf sich?
Allem voran ist es ein All-In-One Produkt, welches cremt, Sonnenschutz bietet, als Primer fungiert und die Foundation ersetzt. Manche machen weniger, manche etwas mehr. Ja nachdem, wie die eigenen Bedürfnisse gelagert sind, kann man sich durch die unendlichen Weiten des Angebots durchwühlen; um die perfekte BB Cream für sein Häutchen zu finden. Es gibt vermutlich kein Hautproblem, zu dem sich kein passendes Produkt finden lässt. Von Akne über Falten ist alles Erdenkliche dabei.
Allgemein lässt sich sagen, dass die meisten ordentlich SPF bieten, Arbutin zur Hautaufhellung enthalten und voller Silikone sind, die die haut glatter und feinporiger erscheinen lassen. Und auch die knappe Farbauswahl ist fast allen gemein. Meist gibt es das jeweilige Produkt lediglich in zwei Nuancen, oft genug aber auch nur in einer.
Missha ist diesbezüglich Spitzenreiter unter den asiatischen Herstellern und bietet immerhin bis zu 5 Nuancen an.
Bewegt man sich auf der MAC Skala zwischen NC/NW 15-25 hat man beste Chancen, etwas Passendes zu finden. Darüber und darunter wird es leider schwieriger, wenn auch nicht unmöglich. Außerdem sind die Creams nicht selten sheer genug, um eine Farbdifferenz zu verzeihen. Manche sind für Europäer jedoch ungewohnt Grau im Ton, was unter Umständen ungesund aussehen kann. Aber bei Olivstichigen Häutchen macht sich dieser Umstand wohl ganz gut, habe ich gehört.
Welche BB Cream habe ich mir ausgesucht?
Wie Überschrift und Bild bereits verraten, nenne ich "Perfect Cover BB Cream" von Missha mein eigen. Allem voran, weil diese in einer sehr hellen Nuance erhältlich ist und generell zu einer der bekannteren Creams auf dem asiatischen Markt gehört.
Hersteller: Missha ♥ Inhaltsstoffe: Codecheck ♥ Farbe: No. 13, entspricht in etwa NW 5 ♥ Lichtschutzfaktor: SPF 42 PA+++ ♥ Finish: "Glowy" bzw. "dewy" ♥ Textur: Flüssig, silikonhaltig ♥ Deckkraft: Mittel ♥ Inhalt: 50 ml. (gibt es aber auch in kleineren Größen, dann allerdings nicht in Pumpspendertuben) ♥ Preis: ca. $11,- (oder ca. $5,- für 20 ml.) ♥ Bezugsquellen: Am günstigsten über Ebay
Laut dem
Werbeblahblah auf der Tube handelt es sich dabei um eine Hautpflege, welche Narben, Falten und Pickel abdecken und heilen, die Hautfarbe aufhellen und Hautalterung vorbeugen soll. Das klingt teilweise sehr nett, teilweise aber auch sehr beängstigend. Ich persönlich kann jedoch nichts von den Werbeversprechen bestätigen oder widerlegen. Zum einen liegt es natürlich daran, dass ich diese BB Cream nicht im Alleingang benutze und zum anderen daran, dass ich sie äußerst selten verwende.
Wer sich die Mühe gemacht hat, den Link zu Codecheck anzuklicken, wird bereits gesehen haben, dass sie
Inhaltsstoffe alles andere als rosig sind. Es dominieren Silikone, Erdölprodukte, Duft- und Konservierungsstoffe. Auch das Hautbleichmittel
Arbutin taucht weit oben in der Liste auf und bereitet mir darum mit unter die größten Sorgen. Zwar ist dieses Mittel in Deutschland für Kosmetika zugelassen, aber das allein soll nichts heißen. Wie so oft ist es eine Frage der Dosierung, welche ich eben nicht einsehen kann und welche im Herstellungsland vermutlich völlig anders gesetzlich gehandhabt wird.
Darum muss jeder für sich selbst entscheiden, ob und in welcher Häufigkeit, sie sich Misshas Verkaufshit auf das eigene Gesicht auftragen will. Ich habe mich dazu entschlossen, nicht in Panik auszubrechen, aber dennoch vorsichtig zu sein. Im Klartext heißt es, dass ich die BB Cream selten verwende und am Abend ganz besonders gewissenhaft und gründlich beim Abschminken vorgehe.
Aber auch von Beauties, die diese und ähnliche BB Creams täglich verwenden, habe ich diesbezüglich nichts Besorgniserregendes gelesen. Keine scheint dauerhafte Hautaufhellung festgestellt zu haben. Manche klagen jedoch über ein verschlechtertes Hautbild. Manche sind hingegen begeistert davon, wie gut ihre Haut seit der Anwendung aussieht. Wie immer ist es also eine sehr individuelle Sache. Ich kann behaupten, dass ich keinerlei Wirkung ins positive oder negative sehe.
Missha Perfect Cover BB Cream (+ Becca Shimmering Skin Perfector auf Nase und Oberlippe)
Warum also überhaupt Misshas BB Cream?
Weil es einem viel Zeit erspart. Und weil mein Hautbild damit
feinporiger,
ebenmäßiger aber
nicht zugekleistert aussieht. Denn das ist für mich die eigentliche Funktion von "
Perfect Cover": Die vielen, vielen, viiiiiiielen Silikone machen eine glattere, schönere Oberfläche, die Farbstoffe gleichen den Hautton aus und der Lichtschutzfaktor ist auch schon mit drin.
Aber ein Wundermittel darf man dennoch nicht erwarten. Gerade in Bezug auf
Pickel- und Narbenabdeckung zeigen sich die Schwächen, weil der Unterton der
No.13 rosa und die Deckkraft eher mittel ist. Theoretisch könnte man zwar schichten, doch in diesem Fall gilt, dass weniger mehr ist bzw. besser aussieht (und besser hält). Zumindest empfinde ich es als ästhetischer, wenn man die Hautstruktur sehen kann und diese nicht unter Tonnen von Schminke begräbt.
Oben: Ohne Missha PC / Mitte & Unten: 1 dünne Schicht Missha PC, rötliche Stellen werden nicht vollständig abgedeckt
Für welchen Hauttyp ist "Perfect Cover" geeignet?
Für
trockene Häutchen, ganz klar! Mit einer Feuchtigkeitscreme darunter, benötige ich kein weiteres Produkt der Pflege und bin damit schon halb geschminkt. Aber ich denke, dass auch Beauties mit
normaler und (nicht zu öliger)
Mischhaut gut mit diesem Produkt zurecht kommen, wenn sie auf eine Cremeunterlage verzichten. Die BB Cream selbst ist nämlich voller Lipide, Feuchtigkeitsbewahrer, Rückfetter und Blah, so dass dies vollkommen ausreichend sein dürfte. Wer aber zu öliger Haut neigt, sollte "
Perfect Cover" weiträumig umfahren, da sie einem wegschwimmen wird wie nichts Gutes!
Und wie am besten auftragen?
Ich mag sie am liebsten in einer
sehr dünnen Schicht, die ich entweder mit sanft klopfenden Bewegung direkt mit den
Fingern oder mit kreisenden Bewegungen mit einem
Flat-Top Pinsel appliziere. Die Feuchtigkeitscreme lasse ich zuvor gut einziehen. Einen Puder benötige ich in der Regel nicht, aber das Ergebnis sieht hübscher aus, wenn ich doch zu meinen
Meteoritenperlen greife. Besonders, wenn ein wenig Zeit verstreicht und sich beides miteinander verbindet.
Missha PC + Becca Shimmering Skin Perfector + Guerlain Météorites Perles
Nachkaufprodukt?
Ich gestehe, dass ich diese Frage nicht wirklich beantworten kann. Man muss bedenken, dass ich auf Grund der Helligkeit meiner Haut eine sehr eingeschränkte Auswahl habe, so dass es fast schon ein Frevel wäre, eine Tagescreme abzulehnen, die relativ gut passt und wenig kostet. Und auch der Effekt, den sie zaubert, gefällt mir gut. Auf der anderen Seite stehen aber die INCIs, welche ich nicht als "unbedenklich" einstufe.
Wie sieht mit euch aus? Wie setzt ihr die Prioritäten? Sind euch die Inhaltsstoffe wichtiger als der Effekt auf eurer Haut? Und wie steht ihr zu BB Creams im allgemeinen oder dieser im besonderen?